Kriminalität und Medien:

Beobachter, Aufklärer oder Mittäter?

Fr.-Sa., 11.-12.10.2002, Schloss Montabaur.
Tagung der Fachhochschule Düsseldorf zusammen mit der Journalistenakademie der FES (Friedrich-Ebert-Stiftung) und dem ZFP - Zentrum für die Fortbildung von Programmmitarbeitern der ARD und des ZDF in Kooperation mit dem Netzwerk Recherche e.V.
In Frankreich ging eine Wahl für Lionel Jospin verloren, weil er angeblich die Innere Sicherheit als Thema nicht genügend in seinem Wahlkampf berücksichtigt hatte. In Deutschland werden im Wahlkampf Schlagzeilen gemacht mit Themen wie Einsperren von kranken Asylbewerbern, Druck auf Hilfsempfänger und harte Strafen für Graffiti-Sprayer. Für die Verstärkung solcher populistischen Tendenzen werden die Medien mitverantwortlich gemacht. Es wird sogar die These aufgestellt, dass die Entwicklung zur Mediengesellschaft solchen Populismus geradezu fördere.

 

In diesem Seminar soll deshalb einerseits diese gesamte Thematik mit Hilfe von sachkundigen Referenten aufgearbeitet werden, und andererseits Lösungsvorschläge zur Veränderung dieser Situation erarbeitet werden. Als ein besonderer Änderungsvorschlag soll der Prototyp eines neuen Online- Angebotes vorgestellt, diskutiert und evaluiert werden.

Dieser Prototyp eines Online Social Science Service for Journalists (OSJ) wurde zur Vermittlung von wissenschaftlichen Informationen zu bestimmten Themenbereichen, speziell aufbereitet für Journalisten, in der Fachhochschule Düsseldorf entwickelt. Das vorrangige Ziel dieser Online - Recherchehilfe ist es, eine sachorientierte mediale Berichterstattung auch bzw. gerade in populistisch geprägten Zeiten zu ermöglichen.

Der Prototyp des OSJ enthält insbesondere zum Thema Kriminalität / Jugendkriminalität eine Datenbank mit Basistexten (z.T. netzspezifisch aufbereitet) und weitere Informationen, die hinsichtlich ihres “Mehrwertes” für die Recherchearbeit von den TeilnehmerInnen dieses Seminars getestet werden können.

Konferenzprogramm

Freitag, 11.10.2002
Moderator: Dr. Karl-Martin Obermeier (freier Journalist / Medienberater)
  • 14.00 Uhr Einführung (Prof. Dr. Gisela Losseff-Tillmanns)
  • 14.30 Uhr Fragen nach den Grundlagen des Populismus (Prof. Dr. Hartmut Schweitzer)
    Referat und Diskussion
  • 15.00 Uhr Medien und Kriminalität (Prof. Horst Viehmann, Ministerialdirigent a.D. im Bundesministerium der Justiz)
    Referat und Diskussion
  • 16.00 Uhr Zusammenarbeit von Justiz und Medien – neue Strategien (Peter Busse / Dieter Wendorff, Ministerium der Justiz NRW)
    Referat und Diskussion
  • 16.30 Uhr Zusammenarbeit von Polizei und Medien (Rüdiger Holecek, Pressesprecher der Gewerkschaft der Polizei)
    Referat und Diskussion
  • 17.00 Uhr Die Politik mit der Inneren Sicherheit (Prof. Dr. Fritz Sack, Universität Hamburg)
    Referat und Diskussion
  • 20.00 Uhr Modellversuch: Vermittlung kriminologischen Wissens an JournalistInnen durch den Online Social Science Service for Journalists
    Einführung durch Frau Prof. Dr. Gisela Losseff-Tillmanns
    Arbeitsgruppen
    a) zum Thema Jugendkriminalität in den Medien
    b) zum Thema Armut und soziale Ausgrenzung in den Medien
Samstag, 12.10.2002
Moderatorin: G. Losseff-Tillmanns
  • 9.30 Uhr Medien und Innere Sicherheit - die französische Presse im Präsidentschaftswahlkampf (Bärbel Moser, Radio France International, Paris)
    Referat und Diskussion
  • 10.00 Uhr Der Kriminologe als Journalist (Thomas Kamp, freier Journalist, Köln)
    Referat und Diskussion
  • 11.00 Uhr Investigativer Journalismus oder schnelles Vergessen (Helga Kirchner, WDR, angefragt)
    Referat und Diskussion
  • 11.30 Uhr Subjektive Kriminalität und die Rolle der Medien (Prof. Dr. Michael Walter, Universität zu Köln)
    Referat und Diskussion
  • 12. 00 Uhr Armut und Arbeitslosigkeit – Un-Themen in einer Mediengesellschaft? (Prof. Dr. Gerd Bäcker, Universität Duisburg)
    Referat und Diskussion
  • 14.00 Uhr Kinderarmut in Deutschland - ohne Lobby in der Mediengesellschaft? (Paul Saatkamp, Sprecher der Nationalen Armutskonferenz, Bonn Vorsitzender des Bezirksverbandes der AWO Niederrhein)
    Referat und Diskussion
  • 14.30 Uhr OSJ – die digitale Rettung der (Medien-)Demokratie? (Wolfgang Schulz, Direktor des Hans-Bredow-Instituts, Hamburg)
    Referat und Diskussion
  • 15. 00 Uhr Zusammenfassung, Auswertung und Schlußdiskussion (Prof. Dr. Gisela Losseff-Tillmanns / Prof. Dr. Hartmut Schweitzer)

Weitere Informationen:

Einladung und Programm: Kriminalität und Medien: Beobachter, Aufklärer oder Mittäter? (4 S., 16 KB) [PDF]


 

Lesen Sie hier im nr-Online-Magazin.

 

Geschäftsstelle

netzwerk recherche e.V.
Postanschrift:
Postfach 580507
10414 Berlin

Besucheranschrift und Pakete:
Josetti-Höfe
Rungestraße 22-24
10179 Berlin

 

Tel 030 51632378
Mobil 0163 3736139
Fax 01803 551860700

info@netzwerkrecherche.de

Newsletter

Anrede: Frau
Herr
Vorname:
Nachname:
E-Mail:
 
Der Newsletter des Netzwerk Recherche erscheint ungefähr monatlich. Er wird per E-Mail im Textformat (ohne Dateiangänge) verschickt. Der Bezug ist kostenfrei. Sie können Ihr Abo jederzeit durch eine E-Mail beenden. Ihre Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben.
 

 

Kooperationspartner

 

Recherche-Stipendien in Kooperation mit der Otto-Brenner-Stiftung

 

message - Internationale Zeitschrift für Journalismus
netzwerk recherche e.V. kooperiert mit message - Internationale Zeitschrift für Journalismus.

Mitglied werden

Wir brauchen Ihre Unterstützung als Mitglied und Förderer. Alle Informationen und Unterlagen finden Sie unter Mitglied werden

Link-Empfehlungen:

Bildblog
ReporterForum
Reporter ohne Grenzen