Netzwerk Recherche warnt vor Einstieg Montgomerys bei der Berliner Zeitung
Innere Pressefreiheit gefährdet/Anschlag auf die Zeitungskultur
Da Montgomery von Beobachtern in Großbritannien wegen seiner rüden Methoden sogar mit dem Medientycoon Rupert Murdoch verglichen werde, nimmt das Netzwerk Recherche erstmals in seiner Geschichte kritisch zu Verkaufsplänen eines deutschen Verlages Stellung. „Wenn die Heuschrecken drohen,“ sagte der Vorsitzende des Netzwerks Recherche, Dr. Thomas Leif, „müssen sich Journalisten, die mehr Qualität verlangen, gegen die Plage wehren.“
Völlig unverständlich sei, so das Netzwerk Recherche, dass der renommierte Holtzbrinck-Verlag, der wegen seiner Blätter hohes internationales Ansehen genieße, eine seiner besten Zeitungen an eine Beteiligungsgesellschaft verkaufen wolle. Bislang sei es, so das Netzwerk, eine Art Ehrenkodex unter deutschen Verlegern gewesen, internationalen Private-Equity-Firmen keinen Zugang auf dem Pressemarkt zu ermöglichen. Beispiele in Europa zeigten, dass solche Finanzgesellschaften Zeitungen wie Schraubenfabriken behandelten, die man nach Profitgesichtspunkten zerlegen und deren Tafelsilber man versilbern kann. Wer, wie Montgomery, kurzfristigen Profit anstrebe, habe keinen Respekt vor Qualitätsjournalismus, für den sich das Netzwerk Recherche einsetze.
Vor diesem Hintergrund appelliert das Netzwerk Recherche an die Manager des Holtzbrinck-Verlages, ihre Verhandlungen mit Montgomery und den mit ihm verbündeten Gesellschaften abzubrechen und andere Käufer zu suchen, die an der langfristigen Sicherung einer kerngesunden Qualitätszeitung wie der Berliner Zeitung interessiert seien. „Im Gegensatz zu Montgomery hat Holtzbrinck noch einen Ruf zu verlieren“, so Thomas Leif.
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