„Leuchtturm“-Preise gehen an drei Fachjournalisten im Themenfeld Rechtsextremismus
Der „Leuchtturm für besondere publizistische Leistungen“ geht in diesem Jahr an drei Fachjournalisten, die seit vielen Jahren Exklusiv-Recherchen zum Themenfeld Rechtsextremismus publizieren. Andrea Röpke, Anton Maegerle und Thomas Kuban „beginnen mit ihren Recherchen, wo andere aufhören.“ Der Medienpreis von Netzwerk Recherche wird am 22.11.2007 während des Mainzer Mediendisputs verliehen. Die Laudatio hält Dr. Heribert Prantl (Süddeutsche Zeitung).
Thomas Kuban und Anton Maegerle arbeiten verdeckt, ihre Namen sind Pseudonyme. Um die Kollegen zu schützen und deren Recherchen nicht zu gefährden, müssen ihre Namen geheim bleiben.
Andrea Röpke dokumentiert und analysiert seit etwa fünfzehn Jahren die Neonazi-Szene. Mit einer Videokamera filmt sie auch illegale Versammlungen, Aufmärsche und Treffen. Bereits mehrmals wurde sie tätlich angegriffen. Andrea Röpkes Material ist Grundlage und Initialzündung vieler Fernsehfilme und Dokumentation über die rechtsextreme Gefahr in Deutschland.
Anton Maegerle recherchiert die organisatorischen und personellen Verflechtungen in der rechten Szene. Maegerle wertet auch interne rechtsextreme Medien aus und protokolliert Gewalttaten und andere Straftaten mit rechtsextremem Hintergrund. Sein Privatarchiv gilt als eines der größten Archive zum Themenfeld Rechtsextremismus. Wegen hoher Gefährdung seiner Person stand er jahrelang unter Polizeischutz. Anton Maegerle ist Themenlieferant und einer der wichtigsten Hinweisgeber für viele Medien.
Thomas Kuban filmt mit versteckter Kamera u.a. geheime Konzerte von Neonazis. Er recherchiert in Internetforen der rechten Szene, besucht Szeneläden von Neonazis und dokumentiert das illegale Angebot unter der Ladentheke. Ohne Thomas Kuban wäre das Ausmaß der rechten Musikszene in Deutschland nicht bekannt und oftmals nicht dokumentiert.
Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche würdigt drei Journalisten, die unermüdlich und unter großem persönlichen Einsatz recherchieren. Sie behalten die rechte Szene dauerhaft im Auge und sind unschätzbare Hinweisgeber für viele Journalisten. Ohne diese „stillen Mitarbeiter“ würden viele wichtige Berichte über Rechtsextremismus nicht publik.
Der mit 3.000 Euro dotierte Journalistenpreis wird am Donnerstag, den 22.11.2007, im Rahmen des 12. MainzerMedienDisputs vergeben. Zu dem Medienkongress im ZDF-Konferenzzentrum haben sich bislang 700 Teilnehmer angemeldet. Die Laudatio auf die Preisträger wird Dr. Heribert Prantl, Innenpolitikchef der Süddeutschen Zeitung, halten.
Der „Leuchtturm“ des Netzwerks Recherche wird zum sechsten Mal verliehen. Bisherige Preisträger waren unter anderem der Sportjournalist und Dopingexperte Hajo Seppelt, die WDRFernsehjournalisten Ingolf Gritschneder und Georg Wellmann, die Erfinder und Macher von Bildblog.de, Stefan Niggemeier und Christoph Schultheiß, der Leiter des Mediendienstes epd medien, Volker Lilienthal, der Spiegel-Journalist Jürgen Dahlkamp und der NDR-Fernsehreporter Christoph Lütgert.
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