Zukunft des Journalismus – Neue Wege für alte Werte
Offenes Mitgliedertreffen des netzwerk recherche e. V.
Schleichwerbung, das Bespitzeln von Journalisten und der wachsende Einfluss kommerzieller Interessen sind aktuell die sichtbarsten Zeichen einer gefährdeten Medienlandschaft. Das netzwerk recherche setzt in der aktuellen Situation auf Handeln statt Jammern. Journalisten müssen Akteure des Geschehens bleiben und dürfen nicht zu Statisten einer bloßen Inszenierung von Öffentlichkeit werden.Um die journalistische Arbeit unter den veränderten Bedingungen zu schützen und möglichst auszubauen, ist ein tragfähiges ethisches Gerüst nötig. In einem Zehnpunktekatalog wird Prof. Rainer Burchardt einen neuen NR-MedienKodex präsentieren. Nach einer eingehenden Diskussion in der Mitgliedschaft wird auf dieser Grundlage die Überarbeitung des bisher geltenden, aber offenbar nicht reformfähigen Pressekodex vorgenommen.
Die Beziehung zwischen Medien und PR ist zu einem Spannungsfeld mit vielen Grauzonen und gefährlichen Fußangeln geworden. Die Debatte über die Grenzen der Öffentlichkeitsarbeit wird in Berlin mit den Akteuren selbst geführt: Spitzenvertreter der PR-Wirtschaft und Journalisten diskutieren den Status quo und die Perspektiven eines künftigen Umgangs. Auf das Konzeptpapier haben die Verbände bislang nicht verbindlich reagiert und Korrekturen der gültigen PR-Praxis vorgeschlagen. Dies soll nun in einer vertieften Diskussion nachgeholt werden. Der Journalist und Wissenschaftler Prof. Dr. Michael Haller unterfüttert die Debatte mit den aktuellsten, noch nicht veröffentlichten Ergebnissen aus seinem Leipziger Forschungsprojekt zu diesem Thema.
Am 19. und 20. Mai 2006 findet das fünfte Jahrestreffen des netzwerk recherche am traditionellen Ort beim NDR in Hamburg statt. Mehr als 500 Teilnehmer werden in großen Foren, auf zahlreichen Podien, in Workshops und dem Erzählcafé aktuelle Themen, Hintergründe und Perspektiven des recherchierenden Journalismus präsentieren und diskutieren. Die Veranstaltung gilt zu Recht als richtungsweisendes Forum der Branche, das Themen setzt, für Content steht und Input liefert. So ist die Jahrestagung des nr inhaltlich und gesellschaftlich für viele zum jährlichen Topereignis und interessanten Treffpunkt geworden. Das gemeinsame Projekt braucht aber immer wieder neue Ideen und Zugänge, vor allem aber viele Engagierte. Das Offene Mitgliedertreffen ist der Start für die Vorbereitungen der kommenden Konferenz. In Arbeitsgruppen zu vier Themenbereichen entsteht dann das Fundament für ein weiteres Highlight in der netzwerk-Geschichte.
Programm
- 09:00 Anmeldung – Kaffee und Kommunikation
- 10:00 „Was war, was ist, was wird“
Begrüßung durch den Vorstand
Bilanz des vergangenen Jahres - Aktuelle Projekte, Probleme und Debatten - „Neue Zeiten, neue Werte“ - Alternative zum Pressekodex
Der neue MedienKodex des nr
Präsentation der Leitlinien für einen seriösen Journalismus
Prof. Rainer Burchardt, Vorstand nr
Diskussions-Impuls – C.M. Fröhder, Vorstand nr - Anschl. Diskussion
- Mittagspause
- „Teufel und Weihwasser? Zum Verhältnis von Journalismus und PR“ Impulsreferat:
- Der Einfluss der PR auf die Medien
Neueste Forschungsergebnisse zum Konfliktfeld Journalismus und PR
Prof. Dr. Michael Haller, Leipzig - Diskussion:
Ulrich Nies, Vors. Deutsche Public Relations Gesellschaft (DPRG)
Lars Großkurth, Präs. Bundesverband der Pressesprecher (tbc)
Michael Behrent, Script-PR Agentur, Hans Leyendecker, nr
Tom Schimmeck, Autor - Moderation: Peter Grabowski, nr
- Der Einfluss der PR auf die Medien
- Kaffeepause
- nr-Jahrestagung 2006 Vorbereitung in vier Arbeitsgruppen – Ideen, Pläne, Hoffnungen
- Foren, Workshops und DIE Rede im Mai
- Verschlossene Auster - würdige Preisträger
- Erzählcafé @ Recherche-Rekonstruktionen
- Kommunikation und socializing
- Plenum zu Ergebnissen der Arbeitsgruppen
- Ende des Arbeitsprogramms
anschl.: Meet and greet - Imbiss, Umtrunk und Gespräche

