5. Mai 2011: Gefangen in der "Mixed-Zone" - Von der Sportberichterstattung zur Event-Inszenierung

Auf dem online Kanal des netzwerk recherche e.V. ist ein Mitschnitt der Diskussion gespeichert, so können Sie die gesamte Diskussion verfolgen.

Hier ein Interview von Moritz Küpper im Deutschlandfunk mit Professor Leif über die Ergebnisse der Diskussion.

Hier ein Bericht von Marcel Fürstenau  auf dw-world.de über die Diskussion.

 

„Wer bietet mehr?“, lautet die alles entscheidende Frage im Wettstreit um Sponsoren, Medienpartner und TV-Übertragungs- rechte großer Sportereignisse. Wenn Sportwettkämpfe zu unsport- lichen Bieterwettkämpfen der TV-Sender ausarten, zahlt am Ende meist der Zuschauer die Zeche. Die Millionen, die Sender in den Erwerb dieser Rechte investieren, fehlen zwangsläufig für Programm-Investitionen. Die Lizenz zum Gelddrucken besitzen dagegen die Profiverbände vermarktbarer Sportarten wie Profi- Fußball, Formel 1 und Boxen. Sie diktieren den Sendern ihre Preise, die immer schwindelerregendere Höhen erreichen.
54 Millionen will die ARD in den nächsten drei Jahren fürs Boxen ausgeben, 90 Millionen investiert sie schon jetzt in die Übertra- gung der Bundesligaspiele. Das ZDF wagt gigantische Risiko- Investitionen in die Champions-League. Bieten demnächst auch Internetgiganten wie Google und Yahoo mit, könnten Mondpreise die Folge sein.
Ins Abseits geraten dagegen die sogenannten Randsportarten. Erstmals haben sich deren Funktionäre mit kritischen Rückfragen öffentlich zu Wort gemeldet. Eben so rar sind auch kritische Sport- journalisten, die korrupten Sportfunktionären, gedopten Sportlern und gierigen Rechte-Händlern auf die Finger schauen. Sie sind offenbar als Fans Teil der Unterhaltungsmaschine Sport geworden, in der der „Küchenzuruf“ heißt: immer höher, schneller, weiter und teurer. Gibt es einen journalistischen Ausweg aus der „Kommerz-Prominenz-Event-Spirale“?
Nach dem MedienDisput stehen Ihnen alle Gesprächsteilnehmer bei einem frischen Riesling aus der Pfalz und einem überraschen- den Imbiß zu vertieften Gesprächen „unter zwei“ zur Verfügung.

Zu diesem Thema diskutierten am Donnerstag, 5. Mai ab 19:00 Uhr in der Landesvertratung Rheinland-Pfalz (In den Ministergärten 6, 10117 Berlin) folgende Gäste mit dem Moderator Prof. Dr. Thomas Leif:

Guido Tognioni, Ex-Fifa Mitglied, Zürich

Christian Seifert (abgesagt), Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Fußballliga (DFL), Vizepräsident im DFB-Präsidium

Steffen Simon, WDR-Sportchef, verantwortlich für die „Sportschau Bundesliga“

Hartmut Zastrow (abgesagt), Geschäftsführer der Sportrechte-Agentur „Sport und Markt“

Thomas Fuhrmann, Leiter des ZDF-Morgenmagazins, zuvor Chef des „Aktuellen Sportstudios“ (ZDF)

Hajo Seppelt, Sportjournalist, Dopingexperte der ARD

Gerd Kraus, Leiter Medien und Pressesprecher bei Hertha BSC Berlin

Prof. Dr. Helmut Digel, Leichtathletikfünktionär und Sportsoziologe

 


 

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