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17. Mai 2011: "Bild" - "Marketing-Maschine", "Kampagnen-Blatt" oder "Boulevard-Leitmedium für Journalisten"?
„Bild“ verkauft sich als Zeitung; mit Überschriften und Fotos, mit Berichten und Interviews, mit Chefredakteur und Impressum. Wo Zeitung draufsteht, so die Botschaft, ist Journalismus drin. Tatsächlich ist „Bild“ im Kern kein journalistisches Produkt. Das ist die These einer neuen Studie, die die Otto Brenner Stiftung (OBS) jüngst veröffentlicht hat.
Unter www.bild-studie.de finden Sie alle Ergebnisse und Fakten rund um die Untersuchung.
Journalistische Medien haben unter anderem das Ziel einer hohen Auflage bzw. Quote. Die „Bild“-Macher haben nur ein zentrales Ziel: die größtmögliche Auflage. Das publizistische Gewicht der Auflage setzen die Macher für ihre Rendite und ihre politischen Ziele ein.
Wie kommt eine Tageszeitung zu einer millionenfachen Auflage? Mit einem kleinen Preis und einem professionellen Vertriebs- system. Vor allem aber, indem sie mit allen Mitteln arbeitet: Mit den Methoden der Werbung, der PR-Kampagnen, der Unterhaltung, des Marketing, auch des Journalismus.
„Bild“ ist der tägliche „Kessel Buntes“. Bomben auf Gaddafi oder Knut jämmerlich ertrunken – für „Bild“ sind beide Informationen gleichwertig, denn sie rufen eine etwa gleich große Aufmerksam- keit hervor. Volks-Bibel, Volks-Pizza oder Volks-Meinung – alles ist gleich, wenn es nur wirtschaftlich oder politisch verwertbar ist. „Bild“ lebt davon, daß die Zeitung die Grenzen des Journalismus ignoriert, an die sich andere halten. So die These der Autoren der neuen Bild-Studie.
Journalismus informiert und will für die Information Aufmerksamkeit erreichen. „Bild“ benutzt Informationen, um für sich Auf- merksamkeit zu erzielen. Wenn „Bild“ im Kern kein Journalismus ist – so die These – warum ist das Boulevard-Blatt dann Leit- medium selbst für hoch reputierte journalistische Medien? Wenn es die Pflichten des Journalismus nicht erfüllt, warum darf es dann von dessen Nimbus und dessen Rechten profitieren? „Bild“ – so die Kritik der Studie – ist ein Parasit des Journalismus. Was bedeu- tet es für die politische Öffentlichkeit eines Landes, wenn ein solches Medium als „Leitmedium“ wirkt und wie etwa im Fall Guttenberg eine blendende politische Figur ikonisiert?
Nach der Debatte stehen alle Diskutanten zu vertiefenden Ge- sprächen „unter zwei“ bei einem überraschenden Imbiß und einem exzellenten pfälzischen Rot- oder Weißwein zur Verfügung.
Unter www.bild-studie.de finden Sie alle Ergebnisse und Fakten rund um die Untersuchung.
Journalistische Medien haben unter anderem das Ziel einer hohen Auflage bzw. Quote. Die „Bild“-Macher haben nur ein zentrales Ziel: die größtmögliche Auflage. Das publizistische Gewicht der Auflage setzen die Macher für ihre Rendite und ihre politischen Ziele ein.
Wie kommt eine Tageszeitung zu einer millionenfachen Auflage? Mit einem kleinen Preis und einem professionellen Vertriebs- system. Vor allem aber, indem sie mit allen Mitteln arbeitet: Mit den Methoden der Werbung, der PR-Kampagnen, der Unterhaltung, des Marketing, auch des Journalismus.
„Bild“ ist der tägliche „Kessel Buntes“. Bomben auf Gaddafi oder Knut jämmerlich ertrunken – für „Bild“ sind beide Informationen gleichwertig, denn sie rufen eine etwa gleich große Aufmerksam- keit hervor. Volks-Bibel, Volks-Pizza oder Volks-Meinung – alles ist gleich, wenn es nur wirtschaftlich oder politisch verwertbar ist. „Bild“ lebt davon, daß die Zeitung die Grenzen des Journalismus ignoriert, an die sich andere halten. So die These der Autoren der neuen Bild-Studie.
Journalismus informiert und will für die Information Aufmerksamkeit erreichen. „Bild“ benutzt Informationen, um für sich Auf- merksamkeit zu erzielen. Wenn „Bild“ im Kern kein Journalismus ist – so die These – warum ist das Boulevard-Blatt dann Leit- medium selbst für hoch reputierte journalistische Medien? Wenn es die Pflichten des Journalismus nicht erfüllt, warum darf es dann von dessen Nimbus und dessen Rechten profitieren? „Bild“ – so die Kritik der Studie – ist ein Parasit des Journalismus. Was bedeu- tet es für die politische Öffentlichkeit eines Landes, wenn ein solches Medium als „Leitmedium“ wirkt und wie etwa im Fall Guttenberg eine blendende politische Figur ikonisiert?
Nach der Debatte stehen alle Diskutanten zu vertiefenden Ge- sprächen „unter zwei“ bei einem überraschenden Imbiß und einem exzellenten pfälzischen Rot- oder Weißwein zur Verfügung.
Über diese und andere Streitfragen zur Bild-Anatomie debattierten folgende Gäste am Dienstag, 17. Mai ab 19:00 Uhr in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz (In den Ministergärten 6, 10117 Berlin) mit dem Moderator Prof. Dr. Thomas Leif:
Bela Anda, Ex-Bild-Redakteur, Ex Regierungssprecher, AWD-Kommunikation
Markus Feldenkirchen, Autor "Der Spiegel"
Dr. Wolfgang Storz, Publizist und Medienberater, Co-Autor der Bild-Studie
Ulrike Simon, Medienkritikerin
Harald Schumann, Der Tagesspiegel
Auf dem online Kanal des netzwerk recherche e.V. können Sie sich einen Mitschnitt der Diskussion angucken.
Anmeldungen bitte an: veranstaltungen@lv.rlp.de
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