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Ausbildung

Recherche-Stipendien

Es war eine kleine Premiere. Am 16. April 2003 veröffentlichte die Wochenzeitschrift "Die Zeit" ein Dossier über den inszenierten Hunger. Autor war Lutz Mükke. Bei seiner Recherche fand Mükke heraus, dass es in Äthiopien genügend Wasser gibt, obwohl doch die Entwicklungshelfer der UN der Welt eine Dürrekatastrophe einreden wollen. Mükke war der erste Stipendiat, den das Netzwerk Recherche unterstützte. Ohne das innovative Stipendiumskonzept wäre diese Recherche nur schwer zu realisieren gewesen. Mükke wurde ausreichend Geld zur Verfügung gestellt und während seiner Recherchen konnte er sich laufend an seinen Mentor Christoph Maria Fröhder, wenden. Der erfahrene Journalist stand dem Stipendiaten immer als Ansprechpartner und Berater zur Verfügung.

Die Journalistenvereinigung Netzwerk Recherche bietet engagierten Rechercheuren die Chance brisanten Themen aus den Bereichen Umwelt, Wirtschaft und aus Ostdeutschland intensiv und gründlich nachzugehen. Dafür sind mehrere Stipendien vorgesehen und zu vergeben. "Das ist der Einstieg in Rechercheerfahrungen, die im journalistischen Alltag sonst nicht zu gewinnen sind",so der Vorsitzende des Netzwerk Recherche, Dr. Thomas Leif.

Bei den Stipendien kommt es vor allem auf die Substanz und die Relevanz des gewählten Themas an. Unser Focus richtet sich auf die gewählten Recherchewege und einen markanten Rechercheplan. Wir wollen junge, motivierte Talente fördern, Alle Bewerber/innen haben aber die gleichen Chancen. Entscheidend sind ausschließlich das Thema, die journalistische Inspiration und ein überzeugender Rechercheplan.

Das Stipendium wird individuell festgesetzt und soll den Stipendiaten ermöglichen, über einen längeren Zeitraum ein Thema möglichst gründlich zu recherchieren. Sachkosten, Reisen und andere Aufwendungen müssen in einem eigenen Kostenplan aufgelistet sein.

Wir fordern einen präzisen, klaren und gründlichen Antrag, damit die Recherche später auch veröffentlicht werden kann. Ein Mentor/in helfen am Ende des Recherche-Stipendiums bei der optimalen Platzierung. Die Mentoren sind Ansprechpartner für die Stipendiaten und sollen zu möglichst tiefer und hintergründiger Recherche anregen.

Greenpeace, der WWF und der BUND haben sich verpflichtet, für das Umwelt-Recherche Stipendium in den nächsten Jahren Gelder bereitzustellen. Das Wirtschafts-Recherche Stipendium wird von der Allianz-Group gefördert, die Themen aus Ostdeutschland unterstützt die Otto Brenner Stiftung.

Das Netzwerk Recherche will mit den Stipendien alle Journalisten fördern, die ein interessantes Thema in der Planung haben, dieses aber noch nicht verwirklichen könnten. Mit einer Summe von 2.500 bis zu 5.000 Euro sollen größere Rechercheprojekte gefördert werden, die bisher im Tagesjournalismus zu kurz kommen. Es werden aber auch sogenannte Junior-Stipendien im Wert von 300 bis 500 Euro für kleine Rechercheprojekte vergeben. Bewerben können sich alle Journalisten, die eine detaillierte Projektskizze mit Arbeitshypothese, Recherche-, Zeit- und Kostenplan vorlegen.

Die Verbände-, Firmen und Stiftungen stellen zwar das Geld für das Stipendium zur Verfügung, um eine kritische Berichterstattung zu ermöglichen. Sie haben aber keinerlei Einfluss auf die Vergabe der Recherche-Stipendien. Die Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten erfolgt durch eine unabhängige Jury, die vom Netzwerk Recherche benannt wird.

Journalisten, die an einem Recherche-Stipendium interessiert sind, können ihre Anträge für ein Stipendium bei Dr. Thomas Leif (mailMail / Telefon, Büro: 0171-9321891) einreichen.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zu den Stipendien können Sie hier im FAQ nachlesen.

Alle Informationen rund um die Recherche-Stipendien finden Sie auch in der neuen NR-Broschüre [PDF, ca. 2,3MB].

 

Mentoren-Programm

Junge Kollegen sollen künftig die Möglichkeit erhalten, ein Jahr bei ihrer Arbeit von einem erfahrenen Rechercheur betreut zu werden. Zur Zeit arbeitet das Netzwerk Recherche noch an der Finanzierung des Programms, ist aber zuversichtlich, es bald umsetzen zu können. Mehr steht in einem Papier, das zum Download abgerufen werden kann.

Download des Mentoren-Programms:
als rtfRTF, als pdfPDF und als txtTXT

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Medien zu diesem Thema:

Hier die gemeinsame Pressemitteilung von Initiative Nachrichtenaufklärung und Netzwerk Recherche:
Download als:
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