Thesen zur Korruption in Deutschland

  1. Korruption ist in Deutschland in den vergangenen Jahren auf hohem Niveau konstant geblieben, wird aber nur in Wellenbewegungen auch öffentlich wahrgenommen. Korruption zieht durch alle Bereiche der Gesellschaft.
  2. Korruptionsbereitschaft ist auch in der breiten Bevölkerung vorhanden. In Zeiten der wirtschaftlichen Krise steigt die Bereitschaft zur Korruption sogar an.
  3. Korruption hat neben der reinen Bestechung verschiedene Formen, etwa Einladungen für Politiker und das Sponsoring staatlicher Institutionen durch Wirtschaftsunternehmen. Diese differenzieren sich immer weiter aus.
  4. Korruption verursacht einen hohen volkswirtschaftlichen Schaden und höhlt auf Dauer das demokratische System aus.
  5. Korruption hat in einer globalisierten Welt einen doppelt negativen Effekt.
  6. Korruption wird nur selten aufgedeckt und selten strafrechtlich verfolgt.
  7. Journalisten fehlt es an Bewusstsein und Rechercheansätzen.
  8. Zudem gibt es nur wenige gesetzliche Bestimmungen, die zur Aufdeckung, Verfolgung und Ahndung von korruptem Handeln ausreichen.
  9. Ethik-Kodizes dienen häufig nur als Placebo, um den Erwartungen der Öffentlichkeit zu entsprechen. Es mangelt an wirkungsvollen Sanktionsmechanismen.
  10. Korruptionsbekämpfung rechtfertigt nicht das kollektive Ausspähen von Daten, wie im Fall der Deutschen Bahn geschehen. Vielmehr schadet ein solches Vorgehen der Korruptionsbekämpfung, da es Vorwände für jene schafft, die eine wirkungsvolle Korruptionsbekämpfung verhindern wollen.

Weitere Informationen:

Thesen zur Korruption in Deutschland (1 S., 10 KB) [PDF]


 

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